Erschienen:

 

02.02.2017: © Schwäbisches Tagblatt GmbH

 

mit freundlicher Genehmigung der Autorin Susanne Wiedmann

 

 

 

 

 

Kein Kulturdenkmal

 

 

 

ArchitekturAltbau in der Mössinger Bahnhofstraße 11 nicht geschützt.

 

 

 

Das historische Gebäude in der Bahnhofstraße 11 wird nicht in die Denkmalliste des Landes aufgenommen. Dies teilte gestern Matthias Kreuzinger, Pressereferent des Regierungspräsidiums Stuttgart, dem das Landesamt für Denkmalpflege zugeordnet ist, auf TAGBLATT-Nachfrage mit.

 

 

 

Ausschlaggebend für die Entscheidung sei letztlich gewesen, dass durch mehrere Umbauten im Inneren des Hauses vom Originalzustand nichts mehr erhalten sei.

 

 

 

Zwar habe das Haus des Architekten German Munding aus dem Ende des 19. Jahrhunderts „eine optisch ansprechende Fassade“, betonte Kreuzinger. „Die Verkleidung mit Kunststein ist etwas Besonderes.“ Aber dieses Kriterium reiche alleine nicht aus, um die Denkmalwürdigkeit zu erfüllen. Dafür würden stets drei Merkmale gemeinsam betrachtet: der wissenschaftliche, heimatgeschichtliche und baugeschichtliche Wert des Hauses. Ein Plus bei ersterem ergab die Fassade. Allerdings habe, zweitens, kein besonderer heimatgeschichtlicher Bezug festgestellt werden können. Das Gebäude habe mit seiner Nutzung als Wohnhaus für den Ort keine besondere Rolle gespielt. Und, drittens, baugeschichtlich seien beispielsweise keine neuen oder aufwendigen Techniken nachzuweisen.

 

 

 

„Mit Sicherheit“, betonte Kreuzinger, sei der ungewöhnliche städtische Charakter des Hauses für das damalige Bauern- und Handwerkerdorf bei der Beurteilung mitberücksichtigt worden. Aber in der „Gesamtschau“ betrachtet, hätten die Kollegen vom Referat „Inventarisation Bau- und Denkmalpflege“ in größerer Runde entschieden, das Gebäude nicht in die Denkmalliste aufzunehmen.

 

 

 

Rückblick: Das TAGBLATT hatte im vergangenen August über die Abrisspläne berichtet. Anschließend empfahl der Denkmalverein Mössingen dem Landesamt für Denkmalpflege, die Denkmalwürdigkeit des historischen Bauwerks zu überprüfen.

 

 

 

Daraufhin, so Kreuzinger, sei das Haus im September 2016 und noch einmal im Januar 2017 von der Denkmalpflege vor Ort in Augenschein genommen worden.

 

 

Die Kreisbaugesellschaft Tübingen möchte das über 100 Jahre alte Gebäude abreißen lassen. Sie plant in der Bahnhofstraße 11 ein mehrstöckiges Wohn- und Geschäftshaus.