mit freundlicher Genehmigung von Autor

EIKE FREESE und in STEINLACH-BOOTE

Die alte Wache wird zum Wohnhaus

 

Das Land hat nach Jahren den „Alten Polizeiposten” in Mössingens Ortsmitte verkauft/ Die Immobilie wird als Wohnhaus genutzt

 

Mit dem „Alten Polizeiposten” ist einer der prominentesten Leerstände in Mössingens
Ortsmitte verkauft. Zwei Jahre nach Auszug der Polizisten wird das Gebäude künftig von
Privatleuten genutzt.

 

Das Haus liegt direktan der Bushaltestelle „Stadtmitte“: Mit dem so genannten „Alten
Polizeiposten“ im Mössinger Ortskern ist eine Immobilie in prominenter Lage jetzt verkauft.
Über zwei Jahre, nachdem die in Mössingen stationierten Polizeibeamten in die neugebaute Wache an der Karl-Jaggy-Straße umgezogen sind, wird nun auch das von ihnen verlassene Gebäude
neu genutzt. Die Käufer sind Privatleute, das Gebäude wird künftig als Wohnraum gebraucht.
„Es gab durchaus eine Menge an Interessenten“, sagt Bernd Selbmann, Leiter des Amts für
Vermögen und Bau in Tübingen. Mehrheitlich Privatleute, so Selbmann, seien an dem Gebäude

das von einer schmalen Grünfläche umgeben ist, interessiert gewesen. „Für uns war das Gebäude
entbehrlich, nachdem die Polizei umgezogen ist“, so der Beamte.
Seit Ende vergangenen Jahres war die prominent gelegene Immobilie ausgeschrieben. Ende März bekamen die jetzigen Käufer den Zuschlag. Da es sich um Privatleute handelt, kann und will das Bauamt über Verkaufspreis des Gebäudes keine Angaben machen.

Bürgermeister-Haus und Forsthaus

 

Dass es tatsächlich ganze zwei Jahre waren, bis das Land das zentral gelegene Gebäude zum
Verkauf ausgeschrieben hat, erklärt der Leiter des zuständigen Amts mit seinem Status auf der
Prioritäten-Liste des Landes. „Wir mussten in den vergangenen Jahren ganz schön etwas ab-
arbeiten, da kann es bei bestimmten Gebäuden etwas länger dauern“, so Selbmann. In früheren Jahren war das Gebäude nach seiner Nutzung als
Schultheißen-Haus ab 1902 Teil eines Forstamts-Ensembles, zu dem auch das inzwischen vom
Wachkoma-Verein „Ceres“ genutzte, hellgrüne Nachbar-Gebäude gehörte. Ab 1936 firmierte
es als Gendarmerie-Posten. Trotz seiner bewegten Geschichte steht das Gebäude an der Mössinger Bahnhofstraße übrigens nicht unter dem Schutz als Kulturdenkmal. Im Jahr 2004 wurde das amtlich das letzte Mal geprüft. Das Urteil fiel negativ aus, obwohl das Haus gewiss nicht das uninteressanteste Mössingens ist. Auch deshalb waren in den vergangenen Jahren nicht nur Privatleute an der Liegenschaft des Landes Baden-Württemberg interessiert. So hatte die
Stadtverwaltung Mössingen einen Kauf des Gebäudes erwogen, und auch der benachbarte Wachkoma-Verein Ceres ein Wachstum
in direkter Nachbarschaft in Erwägung gezogen, um der Nachfrage nach Wohnraum für weitere
Patienten entgegenkommen zu können.