Blaubeurens Kleines Großes Haus und "Unserer lieben Frauen" in Lautern bei Blaustein

 

 

 

Die erste diesjährige Exkursionen des Mössinger Denkmalvereins, unter der vorbildlichen Leitung und Organisation von Archäologe Steffen Killinger und seiner Frau Ulrike, führte die Teilnehmer über die Schwäbische Alb zur Schönen Lau, der Märchengestalt Eduard Mörikes. Obwohl – zum Blautopf selbst reichte die Zeit nicht mehr, jedoch brachte der Stadtführer von Blaubeuren die Besuchergruppe an jenem versteckten Brunnen vorbei, über den die Schöne Lau ins Kloster gelangte.

 

 

 

Nach dem Mittagessen kam die Gelegenheit, geleitet durch den 2. Vorsitzenden des Stiftungsbeirates des Kleinen Großen Hauses, Dieter Gassebner, diesem beispielhaften Ergebnis bürgerschaftlichen Engagement näher treten zu können. Mit anfänglich nur 50.000 € gründete sich eine Stiftung zum Erhalt dieses Hauses, unterstützt von einfachen Bürgern, Handel und Gewerbe, Industriellen und der Stadtverwaltung. Die Erhaltung und Restaurierung dieses Kleinodes in Blaubeuren, ausgezeichnet mit dem Deutschen Fachwerkpreis 2015, war kein Hauruck-Objekt, sondern zog sich über 15 Jahre hin, Schritt für Schritt, wie die Gelder eben akquiriert werden konnten, schlussendlich über 2,3 Millionen €. Und dafür besitzen die Blaubeurener heute ein Kultur- und Bürgerhaus, in welchen, so beschreibt es der Flyer: „ ... Veranstaltungen aller Art, offene Abende, Kulturangebote, soziale Kontakte und Bildungsveranstaltungen, Feste und Feiern, Seminare und Gruppenarbeiten für private Gesellschaften, Vereine und Unternehmen, stattfinden können – ein Gebäude für Jung und Alt." Heute ist dieses Haus gut ausgelastet und von den Mieteinnahmen (erstaunlich günstig) kann der laufende Unterhalt bestritten werden.

 

 

 

Den Abschluss dieses Tages bildete, nach ein paar Kilometern Richtung Ulm, "Unserer lieben Frauen" in Lautern bei Blaustein. Historisch, kulturell und künstlerisch ein Schmankerl – versteckt, aber doch unbedingt sehenswert. Das verbindende Element zum Kloster in Blaubeuren ist der spätgotische Schnitzflügelaltar (1509), ebenfalls aus der Ulmer Schule. Das Einsingen des Chores zum Vespergottesdienst verhinderte dann aber leider eine intensivere Besichtigung und so lauschten die Teilnehmer noch einmal, vor dem mächtigen, romanischen Viereckturm dem fachkundigen Vortrag Steffens.