Alte Polizeiwache in neuem Glanz

 

 

 

Wäre es nicht schade gewesen um dieses nunmehr liebevoll renovierte Haus? Der Mössinger Denkmalverein hat sich gegen den städtischerseits geplanten Abbruch gestellt und mit einer überwältigten Unterschriftensammlung von Mössinger Bürgern für den Erhalt gekämpft. Als treibende Kraft sei an dieser Stelle Frau und Herr Steffen Killinger genannt, der als damaliger Erster Vorsitzender bei Wind und Wetter dafür auf der Straße war.

 

 

 

Es ist aber dem bewundernswerten Engagement von Frau Lena Dölker und Herrn Sven Hospach, einem genauso bescheidenen, wie zielstrebigen jungen Paar zu verdanken, die als neue Eigentümer des Anwesens einen erhaltenswerten und markanten Bau in Mössingen zu neuem Leben verholfen haben. Dieses Haus hat schon einiges erlebt, die meiste Zeit in staatlichen Diensten, sei es als Forsthaus, sei es als Polizeiwache. Heute aber erstrahlt es wieder in dem Glanze, wie es ursprünglich geplant war, als bürgerliches Haus, als Bürgermeister Haus. Noch heute zeugen die Balkone in der Beletage von dieser Nutzung. Wie viel Geschichten haben sich in diesem Hause abgespielt, was könnte es nicht alles erzählen? Und der eine oder andere in Mössingen wird froh sein, dass die ehemalige Arrestzelle ihr Schweigen bewahrt und nunmehr als kleine Wellnessoase den Bewohnern als Bad dient.

 

 

 

Nachdenklich schauen sich Lena Dölker und Sven Hospach an, wenn sie von den vielen bürokratischen Fallstricken berichten, die das Land Baden-Württemberg, als vormalige Eigentümer, und die Stadt Mössingen in ihren Gesetzen und Verordnungen für sie bereit gehalten haben. Und keiner dieser Paragraphen kann man unter die Rubrik „Verbraucherschutz" einordnen. Bei dem Gespräch, welches die Mitglieder des Denkmalvereins bei ihrem Besuch geführt haben, fiel sogar das Stichwort „sittenwidrig". Hier hoheitliches Handeln, dort bürgerliches Engagement. In Sonntagsreden wohlfeil gepriesen, stößt es werktags schnell an seine Grenzen. Umso mehr sind diese jungen Leute zu bewundern, die mit viel, viel Arbeit, gelegentlich unterstützt von ihrer Familie und lobenswert fachkundigen Handwerkern nunmehr ein Schmuckstück ihr eigen nennen können.

 

Bilder © NFT Otto, 1. Vorsitzender Denkmalverein