Die Auferstehung des Öschinger Bolberghofs

 

Der Mössinger Denkmalverein ist Hanne Bohn, der Weinstubenwirtin „Im alten Stall“ in Mössingen, dankbar, hat sie doch für ihn an diesem Abend extra geöffnet, nachdem sonst in der Stadt kein anderer Platz zu bekommen war - unentgeltlich. Und der Platz für einen Fachvortrag über die Restaurierung eines denkmalgeschützten Hauses, der musste ja nicht groß sein, für die ein, zwei Handvoll Interessierten…

 

Doch es kam anders: weit über 50 Menschen drängten sich um Alexander Fenzke, dem Maurermeister und Restaurator im Maurerhandwerk aus Bad Marienberg, der das Anwesen der Familie Schneemilch, in der Bolbergstraße in Öschingen, zu einem Kleinod hat auferstehen lassen. In seinem fast zweistündigen Lichtbildervortrag (ach ja, heute heißt das: PowerPoint-Präsentation) führte er fachkundig und detailreich, manchmal aus dem Nähkästchen der Eingeweihten plaudernd und gespickt mit Anekdoten aus den Bereichen Stadt- und Kreisverwaltung, Denkmalpflege und – zum leisen Vergnügen der Zuhörer – der Bauherrschaft, nicht nur durch die gesamte Zeit der Restaurierung, ebenso durch den Dschungel einschlägiger Vorschriften bis hin zur Charta von Venedig.

 

Einzelheiten hierzu kann man nicht nur in der örtlichen Presse des Reutlinger Generalanzeiger und des Schwäbischen Tagblatts nachlesen, die mehrfach, ausführlich und dem Thema zugewandt davon berichtet haben, sondern auch auf der Homepage von Herrn Fenzke: www.denk-mal-fachwerk.de . So ist nun in Öschingen ein Denkmal zu neuem Leben erweckt worden, welches Einwohner wie Touristen fast in die Zeit des dreißigjährigen Krieges, der so viel Unglück über dieses Dörflein brachte, zurückverfolgen lässt und anschaulich unsere Wurzeln fühlend, unsere Bindung mit unseren Vorfahren erlebbar macht. Damals bauten die Menschen allein mit Holz, Steinen, Lehm und Kalk. Sie bauten ökologisch, nur wussten sie das nicht; und bauten für Jahrhunderte. Familie Schneemilch, Meister Fenzke und seinen ausgesuchten Handwerkern ist zu danken noch lange Zeit in jenen Fußspuren gehen zu können. Namens des Mössinger Denkmalverein e.V. erlaubt sich dessen 1. Vorsitzender, Norbert F.T. Otto, hierzu Dank und Anerkennung auszusprechen.