7. November 2013

Denkmalverein wählt neuen Vorsitzenden

Norbert F. T. Otto ist der neue Erste Vorsitzende des Denkmalvereins Mössingen. Er wurde bei der Jahreshauptversammlung bei einer Enthaltung gewählt. Der bisherige Erste Vorsitzende Steffen Killinger hatte sich aus beruflichen Gründen nicht wieder zur Wahl gestellt. Der studierte Archäologe versprach aber zur Freude aller Anwesenden, dem Verein weiterhin fachlich mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Er wurde, ebenso wie Dr. Klaus Franke, als Beisitzer gewählt. In ihren Ämtern bestätigt wurden Holger Friesch als Zweiter Vorsitzender, Martin Neth als Kassier, Dagmar Weinberg als Schriftführerin sowie Klaus-Dieter Friesch als Kassenprüfer. Ebenfalls aus beruflichen Gründen stellte Esther Sigwarth ihr Amt als Kassenprüferin zur Verfügung. Für sie rückt Sylvia Lange-Schneemilch in den Vorstand nach.

Zu Beginn der Sitzung, zu der sich die Mitglieder in der Bahnhofsgaststätte in Belsen getroffen hatten, ließ Steffen Killinger das vergangene Jahr Revue passieren. Er erinnerte an die äußerst erfolgreiche Unterschriftenaktion gegen den Kauf und anschließenden Abriss des alten Polizeipostens in der Bahnhofstraße 6 durch die Stadt Mössingen. Am 14. Mai übergab der Denkmalverein 842 Unterschriften gegen den Kauf und Abbruch des Gebäudes.

Auf große Resonanz stieß auch die Veranstaltung des Denkmalvereins, der in diesem Jahr übrigens sein zehnjähriges Bestehen feiert, am Tag des offenen Denkmals am 9. September vergangenen Jahres. Rund 200 Interessierte schauten sich das zu diesem Zeitpunkt noch in Renovierung befindliche Haus der Familie Schneemilch in der Bolbergstraße 19 in Öschingen an. Steffen Killinger und Holger Friesch führten die Besucherinnen und Besucher durch das Haus, ein Handwerker des Restauratorenrings erläuterte die Details der Sanierung.

Ein weiterer Höhepunkt des vergangenen Jahres war der Vereinsausflug nach Ulm. Dort wurde zunächst das Fort Oberer Kuhberg der ehemaligen Bundes- und Reichsfestung Ulm erkundet. Anschließend führte Steffen Killinger, der in Ulm als Archäologe tätig ist, die Ausflügler durch die ehemalige Reichsstadt.

Das zehnjährige Bestehen des Vereins nahmen die Mitglieder zum Anlass auf die vergangenen Jahre zurückzuschauen. Der Denkmalverein hat durch zahlreiche Aktivitäten dazu beigetragen, dass die Rundshedhallen in der Öffentlichkeit als geschütztes Kulturgut wahrgenommen wurden. Damit hat er nicht zuletzt auch zur Eintragung der Pausa als Sachgesamtheit von überregionaler Bedeutung in das Denkmalbuch (§12 DschG) einen wichtigen Beitrag geleistet, die Rundshedhallen konnte somit nicht, wie von der Stadt ursprünglich beabsichtigt, abgerissen werden. Durch ihre neue Nutzung haben die Bürgerinnen und Bürger der Stadt nun sowohl eine moderne Stadtbücherei als auch einen attraktiven Ort für Veranstaltungen. Positiv ist auch, dass Privatleute in Mössingen und den Teilorten historische Gebäude erhalten und sanieren. In vielen Fällen haben fachkundige Mitglieder des Denkmalvereins die Eigentümer beraten und unterstützt. Deutliches Missfallen wurde hingegen darüber geäußert, dass der Denkmalschutz für das Streib-Haus in der Waibachstraße 26 aufgehoben wird, so dass ein Investor das Gebäude - für das es in der Vergangenheit einige private Interessenten gegeben hat, die das Haus denkmalgerecht sanieren wollten - abreißen und durch einen Neubau ersetzen kann. Auch das alte E-Werk hätte, wenn es denn nicht seit Jahren vernachlässigt worden wäre, erhalten werden können. Zudem wurde bemängelt, dass es auch für die ältesten Häuser Mössingens in der Lange Straße/Mittelgasse keinerlei Konzept gibt.